Nacht auf See

Das Schiff schwankte und pflügte sich durch die Wellen. Tavoran warf einen verschwommenen Blick auf die Kerben im Pfosten der Gefängnistür: sieben Tage. Das Ziel kannte er nicht, er nahm aber an, dass sie die Hauptstadt Catun ansteuerten. Dort war ein Kopfgeld auf ihn aufgesetzt, und der Kapitän des Schiffes war scharf darauf wie ein Hund.

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Eiszeit

Die gedrungene Gestalt, die zwischen den Waggons herumschlich, bereitete mir Unbehagen, und die Hitze auf der Sanddüne war unerträglich. Schmerz jagte im Rhythmus des Herzschlages durch meinen Kopf, die Zunge lag pelzig und einem Fremdkörper gleich im Mund. Nervös kaute ich auf den aufgesprungenen Lippen und versuchte, den metallischen Geschmack zu ignorieren.

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Von Schafen und anderem Getier

Jan Berger lag im Bett und konnte nicht schlafen. Die roten Ziffern der Digitalanzeige des Weckers auf dem Nachttisch blinkten ihm höhnisch entgegen: 1:42 Uhr.

Er drehte sich auf den Rücken und seufzte. Vielleicht half die altbewährte Methode des Schäfchenzählens. Jan schloss die Augen und stellte sich eine Wiese vor, auf der sich unzählige Schafe tummelten, die nacheinander über den Zaun zu springen begannen.

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Aquamarin

Als Tavoran die Hafenschänke verliess, war die Luft noch immer trocken und heiss, und das Licht der untergehenden Sonne blendete ihn. Er liess den Blick über den Himmel schweifen und entdeckte ein paar dunkle Wolken, welche langersehnten Regen und etwas Abkühlung versprachen.

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